Dienstag, 21. April 2009

Projekt:“Liebe verdient Repekt“


Am 17. März 2009 hat Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Hedwig-Dohm-Oberschule die Plakatkampagne „Liebe verdient Respekt“ gestartet.
Die Botschaft findet sich seitdem auf zahlreichen Plakaten in der deutschen Hauptstadt wieder, die verschiedene Paare zeigen, die sich küssen – und zwar ein schwules, ein lesbisches und ein heterosexuelles Paar.
Die Aktion wurde vom Lesben-und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) ins Leben gerufen und soll in erster Linie dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, Respekt zu erreichen und zu zeigen, dass Homophobie in Berlin keinen Platz hat. Es soll den Menschen klar werden, dass es sich, ganz gleich ob bei einem schwulen, lesbischen oder heterosexuellen Kuss, immer um Liebe handelt.
Das Motto der Aktion ist auf den Plakaten in deutscher, türkischer und arabischer Sprache zu lesen.
Besonders unter Jugendlichen ist die Abneigung gegen Heterosexualität extrem ausgeprägt, in letzter Zeit kam es vermehrt zu Übergriffen auf Schwule und Lesben. So wurde zum Beispiel auf das „Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“ seit seiner Einweihung im Mai 2008 schon zwei Anschläge verübt.
Zu Beginn der Kampagne wurde mit 160 Großflächen gestartet, bis Ende des Jahres sollen allerdings über 250 Flächen plakatiert werden.
Schwerpunkt der Kampagne sind vermehrt die benachteiligten Gebiete Berlins wie z.B. Nord-Neukölln und Moabit-West.
Inhaltlich ist die ganze Aktion in ein Gesamtkonzept von Präventionsmaßnahmen eingebettet, wozu unter anderem die Aufklärungsarbeit in Schulen, sowie in Jugendzentren zählt.
Das Programm „Soziale Stadt“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung finanziert die Kampagne und die Koschwitz Plakat GmbH hat einen Großteil der Werbeflächen gesponsort.
Zusammen mit dem Start der „Liebe verdient Respekt“-Aktion wurde auch das erste Hotel für Schwule, das „Axel-Hotel“ eröffnet und wertet, laut Bürgermeister Wowereit, „Berlin als Tourismusstandort auf“.
In dieser Unterkunft Berlin soll den Gästen aus der schwul-lesbischen Community eine Umgebung geboten werden, in der sie sich wohlfühlen und sich nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ständig erklären müssten. Die eigene Erfahrung schief angesehen zu werden möchte Juliá Blanch, Gründer der Hotelkette, seinen Gästen ersparen.
Vor wenigen Wochen konnte ich selbst die beeindruckende Wirkung der Plakate während eines Aufenthaltes in meiner Ferienwohnung in Berlin bestaunen.
Es bleibt zu Hoffen, dass die Berliner Plakatkampagne den gewünschten Effekt erzielt und die Menschen, dh insebesondere die Jugendlichen, ihre Feindseligkeit gegenüber der Homosexualität ablegen.
Wer Gefallen an den Plakaten der Kampagne gefunden hat, kann sie sich im A2-Format unter der Woche von 10:00 bis 18:00 Uhr in der Geschäftstelle des BSLB e.V. abholen oder sie sich im Internet bestellen.

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